Sanfter Tourismus: Urlaub in der Nachsaison

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Sanfter Tourismus – den Begriff gibt es schon lange, erst seit kurzem scheint das Konzept allerdings richtig „in“ zu sein. Aber worum geht es beim sanften Tourismus eigentlich? Und wie funktioniert er?

Sanfter Tourismus vs. Massentourismus

Jedes Jahr zur Ferienzeit die gleichen Bilder: Staus auf den Autobahnen, bis auf den letzten Platz ausgebuchte Billigflieger, dazu riesige Kreuzfahrtbunker, die die Reisenden bequem von A nach B bringen. Dass Massentourismus nicht gerade zum Umweltschutz beiträgt, ist fast selbstverständlich. Nicht nur der CO2-Ausstoß von Flugzeug und Co. ist ein Problem, auch die Urlaubziele selbst leiden unter dem massiven Ansturm der Touristen. So wird die Natur immer mehr von großen Hotelkomplexen verdrängt und auch der Müll, den die Urlauber produzieren, wird immer mehr zum Problem.

Alles gute Gründe, dem Massentourismus den Kampf anzusagen. Sanfter Tourismus ist eine attraktive Alternative zu dem ganzen Rummel. Die Grundidee: Die Umwelt soll im Urlaub und beim Reisen soweit wie möglich geschützt werden, ohne dabei die Bedürfnisse der Urlauber einzuschränken.

Das kann ziemlich aufregend sein, vor allem dann, wenn man sich im eigenen Wohnort gar nicht so gut auskennt. Wie wäre es mit einer nächtlichen Stadtführung (#01)

Das kann ziemlich aufregend sein, vor allem dann, wenn man sich im eigenen Wohnort gar nicht so gut auskennt. Wie wäre es mit einer nächtlichen Stadtführung (#01)

Sanfter Tourismus: Die Ziele

Sanfter Tourismus hat es sich zum Ziel gemacht, die Umwelt zu schützen. Wenn Urlauber das erste Mal mit dem Thema in Kontakt kommen, denken sie deshalb nicht selten, dass sanfter Tourismus automatisch Verzicht bedeutet. Tatsächlich ist es aber ein erklärtes Ziel des nachhaltigen Tourismus (wie sanfter Tourismus auch genannt wird), die Bedürfnisse der Touristen bestmöglich zu befriedigt und dabei die Zukunftschancen der Urlaubsregion zu schützen und zu bewahren. Es geht also darum, eine gesunde Balance zwischen Tourismus und Naturschutz zu finden. Es gibt aber auch noch weitere Ziele, die der sanfte Tourismus verfolgt.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Keine oder eine möglichst geringe Beeinflussung der Natur im Zielland
  • Nachhaltiges und verantwortungsvolles Management der vorhandenen Ressourcen
  • Erhaltung der kulturellen Integrität und der einheimischen Lebensgrundlage
  • Schutz der biologischen Vielfalt des Urlaubziels
  • Intensive und authentische Erfahrung des Ziellandes und dessen Kultur

Sanfter Tourismus bedeutet also nicht nur Umweltschutz, sondern auch eine möglichst echte Erfahrung der einheimischen Kultur für die Urlauber.

Sanfter Tourismus, nachhaltiger Urlaub. Auch campen auf dem Campingplatz gehört dazu. (#02)

Sanfter Tourismus, nachhaltiger Urlaub. Auch campen auf dem Campingplatz gehört dazu. (#02)

Sanfter Tourismus: Sieben Tipps für einen nachhaltigen Urlaub

Sanfter Tourismus will neben dem Umweltschutz auch eine neue, authentische Erfahrungsebene für die Urlauber ermöglichen. Grundsätzlich geht es aber immer darum, sich beim Reisen achtsamer und auch nachhaltiger zu verhalten. Und als Tourist hat man dafür unzählige Möglichkeiten.

Die folgenden Tipps können dabei helfen, die nächste Reise etwas sanfter und damit auch entspannter zu gestalten.

Wenn die Massen von Autos gen Süden rollen und die Urlaubsflieger aus allen Nähten platzen, sollte man als bewusster Urlauber lieber erstmal zuhause bleiben. Deutschland ist dann erfreulich leer und kann entspannt erkundet werden. (#04)

Wenn die Massen von Autos gen Süden rollen und die Urlaubsflieger aus allen Nähten platzen, sollte man als bewusster Urlauber lieber erstmal zuhause bleiben. Deutschland ist dann erfreulich leer und kann entspannt erkundet werden. (#04)

  • Tipp 1: Nahe Reiseziele entdecken

Schon Goethe wusste, dass man nicht immer weit weg reisen muss. Es gibt schließlich genug in der eigenen Umgebung zu entdecken. Sanfter Tourismus bedeutet deshalb auch, die eigene Umgebung besser kennen zu lernen statt Fernreisen anzustreben. Das kann ziemlich aufregend sein, vor allem dann, wenn man sich im eigenen Wohnort gar nicht so gut auskennt. Wie wäre es mit einer nächtlichen Stadtführung oder ein paar entspannte Tage auf einem naheliegenden Campingplatz? Das Konzept dahinter wird auch „Micro-Adventure“ genannt und liegt gerade ziemlich im Trend.

  • Tipp 2: Hauptsaison meiden

Wenn die Massen von Autos gen Süden rollen und die Urlaubsflieger aus allen Nähten platzen, sollte man als bewusster Urlauber lieber erstmal zuhause bleiben. Deutschland ist dann erfreulich leer und kann entspannt erkundet werden. So trägt man immerhin nicht zu dem Ansturm bei, die Natur im Urlaubsort belastet. Ist in der Nebensaison der Großteil der Touristen dann wieder weg, lässt es sich entspannter und nachhaltiger reisen.

Reisen mit dem Flugzeug belastet die Umwelt stark. Wenn das Fliegen also vermieden werden kann, sollte das auch passieren. (#03)

Reisen mit dem Flugzeug belastet die Umwelt stark. Wenn das Fliegen also vermieden werden kann, sollte das auch passieren. (#03)

  • Tipp 3: Nachhaltige Verkehrsmittel wählen

Es ist allgemein bekannt: Reisen mit dem Flugzeug belastet die Umwelt stark. Wenn das Fliegen also vermieden werden kann, sollte das auch passieren. Natürlich kann man den eigenen Urlaub schon so planen, dass man erst gar nicht ins Flugzeug steigen muss. Liegt das Reiseziel in der Nähe, bieten sich die Bahn und ein Fernbus an. Selbst die Anreise mit dem Auto ist immer noch schonender für die Umwelt als das Fliegen.

Auch während dem Urlaub selbst sollte man die Umwelt so wenig wie möglich belasten. Wer aber nicht auf einen fahrbaren Untersatz verzichten möchte, kann Carsharing-Angebote nutzen oder vor Ort Fahrgemeinschaften bilden.

Grundsätzlich sollte man also mit möglichst wenig Gepäck reisen. (#04)

Grundsätzlich sollte man also mit möglichst wenig Gepäck reisen. (#04)

  • Tipp 4: Mit wenig Gepäck reisen

Egal, wie man nun zum Urlaubsziel kommt: Große Mengen von Gepäck bedeuten mehr Ladungsgewicht, was zu mehr Kraftstoffverbrauch und damit zu einem erhöhten CO2-Ausstoß führt. Grundsätzlich sollte man also mit möglichst wenig Gepäck reisen. Man muss nicht so schwer tragen und im Anschluss an die Reise warten auch keine allzu großen Wäscheberge, die bewältigt werden müssen.

  • Tipp 5: Eigenen CO2 ausgleichen

Lässt sich eine Flugreise nicht vermeiden, weil es doch etwas weiter weg gehen soll, kann man immerhin die Belastung der Umwelt durch den Flieger etwas ausgleichen: Es gibt mittlerweile einige Klimainitiativen, die ausrechnen, wie viel CO2 der betreffende Flug verursacht. Zudem erlauben sie es, die Umweltbelastung des Fluges durch eine Spende an ein Klimaschutzprojekt zu kompensieren.

Für Kinder sind solche Bauerhöfe übrigens ein wahres Paradies: Sie können die Natur hautnah erleben, bei den Hofarbeiten mithelfen und kommen außerdem in den direkten Kontakt mit Tieren. (#06)

Für Kinder sind solche Bauerhöfe übrigens ein wahres Paradies: Sie können die Natur hautnah erleben, bei den Hofarbeiten mithelfen und kommen außerdem in den direkten Kontakt mit Tieren. (#06)

  • Tipp 6: Urlaub auf dem Bio-Bauernhof oder im Bio-Hotel

Sanfter Tourismus bezieht sich nicht nur auf die Anreise, sondern auch auf die Art der Unterkunft. Eine gute Wahl für nachhaltigen Urlaub sind zum Beispiel Bio-Hotels. Die gehen in der Regel weitaus bewusster mit Ressourcen um, unterstützen mit ihrem Restaurantbetrieb die lokale Landwirtschaft und versuchen, die Verschmutzung der Umwelt durch Müll möglichst gering zu halten. Ähnlich verhält es sich mit Bio-Bauernhöfen. Diese bauen meist sogar ihr eigenes Obst und Gemüse an. Für Kinder sind solche Bauerhöfe übrigens ein wahres Paradies: Sie können die Natur hautnah erleben, bei den Hofarbeiten mithelfen und kommen außerdem in den direkten Kontakt mit Tieren.

  • Tipp 7: Auf den Wasserverbrauch achten

Gerade in trockeneren Urlaubländern ist es wichtig, auf den Wasserverbrauch zu achten. Auch wenn eine ausgiebige Dusche nach einem langen, warmen Strandtag wunderbar erfrischend ist, sollte man es bei der Dauer nicht übertreiben. Handtücher sollten ebenfalls nicht unbedingt jeden Tag gewechselt werden, sondern nur dann, wenn sie wirklich verschmutzt sind. Würde sich jeder Hotelgast an diese Regel halten, würden Hotels weltweit beim Waschen enorme Mengen Wasser sparen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:  Oleg GawriloFF-#01: Prasit Rodphan   -#02: Max Topchii  -#03:  Olesia Bilkei _-#04:  Benny Marty-#05:  Creativa Images  -#06: Val Thoermer

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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