Impfungen Urlaub: Das sollten Eltern mit Kindern beachten

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Der Urlaub soll nicht zur Gefahr werden: An alle Impfungen für die Familie denken!

Impfungen für den Urlaub: Die Empfehlungen der StiKo

Wenn man beim nächsten Urlaub mit der Familie in ein tropisches Land reist, ist ein guter Impfschutz notwendig. Die Ständige Impfkommission (StiKo) empfiehlt bestimmte Standardimpfungen, die man auch vollständig einhalten sollte. Dazu gehört auch die komplette Impfung gegen Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln und Mumps. Gerade in den tropischen Zonen treten oft Masern auf und der Krankheitsverlauf ist meistens schwerer als in unseren Breitengraden.

Der Impfschutz braucht gegebenenfalls eine Erneuerung, die rechtzeitig vor der Reise durchgeführt werden muss. Gerade die von der StiKo empfohlenen Impfungen gegen Diphtherie, Keuchhusten, Polio und Tetanus sollten aufgefrischt werden. Wenn die Kinder entsprechend der üblichen StiKo Empfehlungen versorgt sind, ist der Schutz vor Hepatitis B bereits vorhanden. Wenn das Urlaubsziel nicht in Westeuropa liegt, sollte man den Impfschutz gegen Hepatitis A ergänzen. Hier steht gegebenenfalls ein Kombinationsimpfstoff zur Verfügung, der gegen beide Hepatitisarten schützt.

Der Impfschutz braucht gegebenenfalls eine Erneuerung, die rechtzeitig vor dem Urlaub durchgeführt werden muss. (#01)

Der Impfschutz braucht gegebenenfalls eine Erneuerung, die rechtzeitig vor dem Urlaub durchgeführt werden muss. (#01)

Welche Impfungen sind für den Urlaub erforderlich?

Nicht alle Reiseimpfungen sind unbedingt notwendig, denn teilweise sind die Impfstoffe bereits in der Grundimmunisierung enthalten. Schon während der Vorbereitung sollte man sich über den schon vorhandenen Impfschutz informieren und sich beim Arzt genau informieren.

Während einige Impfungen für den Urlaub im fernen Ausland sinnvoll sind, kann man auf andere eventuell verzichten. Bei den Angaben der StiKo handelt es sich nicht um Vorschriften, sondern lediglich um Empfehlungen. Man sollte die Risiken verstehen lernen, um eine eigene Einschätzung vornehmen zu können. Letztendlich sind Impfstoffe sehr wirkungsvoll und dienen dem Schutz der Gesundheit.

Sie können Leben retten und gehören zu den großen Errungenschaften der Medizin. Gerade auf Reisen ist ein umfassender Schutz sehr wichtig, doch man sollte sich auch bewusst machen, dass Impfungen eine gewisse Belastung für den Organismus darstellen.

Video: Ist Impfung Notwendig, Wenn Man In Die Tropen Reist?? | Die SundanceFamily

Reiseimpfungen für Kinder

In der Reisemedizin führt das Thema, Kinder mit in den Urlaub zu nehmen, immer wieder zu Kontroversen. Einige Experten raten davon ab, mit Kindern in tropische Länder zu reisen. Die ärztliche Meinung geht dahin, dass die Schutzmaßnahmen einerseits notwendig sind und andererseits die Kinder belasten. Der Belastungsgrad für den kindlichen Organismus sollte im Verhältnis zum Schutzumfang betrachtet werden. Besondere Vorbeugemaßnahmen sind im heutigen internationalen Reiseverkehr schon Standard und werden nicht unbedingt als Belastung wahrgenommen, allerdings gilt es, das Alter der Kinder zu berücksichtigen.

Die meisten Mediziner betrachten drei Altersgruppen, wenn es um medizinische Tipps für Kinder auf Fernreisen geht:

  • Babys bis zum Abschluss des ersten Lebensjahres reagieren besonders empfindlich auf die schlechtere medizinische Grundversorgung in tropischen Ländern,
  • Kinder von einem bis sechs oder sieben Jahren sind ebenfalls relativ stark gefährdet, allerdings lässt sich das Risiko besser einschätzen, auch wenn die Versorgung und der Hygienestandard im Zielland eher mangelhaft sind,
  • Schulkinder sowie Jugendliche leiden unter weniger Einschränkungen, allerdings sollte man die individuelle Belastbarkeit beachten.
Welche Impfungen in dem individuellen Fall nötig sind, hängt vom Reiseziel ab. (#02)

Welche Impfungen in dem individuellen Fall nötig sind, hängt vom Reiseziel ab. (#02)

Wichtige Impfungen für den Urlaub

Welche Impfungen in dem individuellen Fall nötig sind, hängt vom Reiseziel ab, von der Aufenthaltsdauer und von eventuellen Alterseinschränkungen. Einige Impfstoffe dürfen erst ab einem festgelegten Lebensalter verwendet werden. Das Mindestalter für die wichtigsten Impfungen zuhause und im Urlaub:

  • Tollwut ab Geburt,
  • Japanische Enzephalitis ab 2 Monaten,
  • Influenza ab 6 Monaten,
  • Gelbfieber ab 9 Monaten,
  • Hepatitis A ab 12 Monaten,
  • Masern, Röteln, Mumps ab 12 Monaten,
  • Typhus oral ab 12 Monaten,
  • FSME Kinderimpfstoff ab 1 Jahr,
  • Meningokokken Meningitis ab 1 Jahr,
  • Cholera (Injektion) ab 2 Jahren,
  • Typhus parenteral (Injektion) ab 2 Jahren.

Gegen Malaria existiert kein Impfschutz, aber vor und auch während des Urlaubs kann man sich durch Prophylaxe vor der Krankheit schützen. Imprägnierte Kleidung, Mückenspray und gegebenenfalls eine medikamentöse Prophylaxe minimieren das Risiko. Falls die Malaria ausbrechen sollte, wird eine Notfallbehandlung durchgeführt.

Beim Urlaub in den Tropen die Impfungen rechtzeitig durchführen

Zur Urlaubsvorbereitung gehören nicht nur die Hotelreservierung und die Flugbuchung. Man sollte auch die Impfpässe kontrollieren und checken, ob die Standard-Impfungen durchgeführt wurden. Häufig wissen die Eltern genau über den Impfstatus von ihrem Nachwuchs Bescheid, doch sie vergessen dabei ihren eigenen Impfpass. Möglicherweise muss eine ältere Impfung wieder aufgefrischt werden, bevor man auf Reisen geht.

Man sollte auch die Impfpässe kontrollieren und checken, ob die Standard-Impfungen durchgeführt wurden. (#03)

Man sollte auch die Impfpässe kontrollieren und checken, ob die Standard-Impfungen durchgeführt wurden. (#03)

Im Allgemeinen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Reise-Impfungen. Bei den StiKo Empfehlungen findet man alle Infos zu den Grundimmunisierungen, die auf jeden Fall von den Kassen bezahlt werden.

Wenn neue Impfungen für den Urlaub durchgeführt werden müssen, sollte man genügend Zeit dafür einkalkulieren. Oft wird eine Vorlaufzeit von bis zu acht Wochen empfohlen. So wird sichergestellt, dass die Immunisierung rechtzeitig vor der Reise abgeschlossen ist. Der Körper hat sich auf die Impfstoffe angepasst und es kommt nicht mehr zu Komplikationen, die in dem Zeitraum direkt nach der Impfung auftreten können.

Bei einer Last-Minute-Reise sollte man trotzdem nicht auf die Impfung verzichten. Hier findet die Immunisierung während und nach dem Urlaub statt, sodass man für eine spätere Reise gewappnet ist.

Die StiKo und ihre wichtigen Impf-Empfehlungen

Von der StiKo kommen fundierte Informationen und Empfehlungen für die Reise-Impfungen bei Kindern und Erwachsenen. In bestimmten Regionen treten einige Krankheiten gehäuft auf, daher sollte man sich rechtzeitig um die entsprechende Schutzimpfung kümmern.

Mit den verschiedenen Impfstoffen soll beispielsweise die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) bekämpft werden. Hierbei handelt es sich um eine gefährliche Infektion, die durch Zeckenbisse übertragen wird und auch in Deutschland eine Bedrohung ist. Kinder werden üblicherweise im Alter von drei Jahren gegen FSME geimpft. Die Grundimmunisierung bietet allerdings keinen Schutz gegen Borreliose, die durch einen Zeckenbiss ausgelöst werden kann.

Gefährliche Krankheiten und ein wirkungsvoller Impfschutz dagegen

Hepatitis A gehört laut StiKo zu den wichtigsten Reise-Impfungen. Schon 14 Tage nach der ersten Impfung setzt der Impfschutz ein, doch erst die zweite Impfung macht den Schutz komplett.

Tollwut lässt sich mit einem gezielten Impfschutz verhindern, was auch sinnvoll ist, da die Krankheit tödlich verläuft. In Europa ist die Tollwut kaum noch zu finden, doch in einigen Entwicklungsländern muss man sehr aufpassen, um nicht durch den Kontakt mit infizierten Tieren oder Menschen in Gefahr zu geraten.

Gegen Influenza ist ebenfalls ein Impfschutz sinnvoll, auch wenn dieser nicht unbedingt im Zusammenhang mit einer Reisevorbereitung steht. Doch für längere Reisen in einer Gruppe oder auch für eine Kreuzfahrt, wo man im engen Kontakt mit vielen anderen Menschen ist, lohnt sich die Influenza-Impfung. Gerade Kinder und Senioren sind damit besser gegen die Viren gewappnet.

Gegen Influenza ist ebenfalls ein Impfschutz sinnvoll, auch wenn dieser nicht unbedingt im Zusammenhang mit einer Reisevorbereitung steht. (#04)

Gegen Influenza ist ebenfalls ein Impfschutz sinnvoll, auch wenn dieser nicht unbedingt im Zusammenhang mit einer Reisevorbereitung steht. (#04)

Zusätzliche Maßnahmen zu den Impfungen

Auf Reisen kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen. Wenn man trotz Impfungen krank wird, sollte man deshalb eine Reiseapotheke bei sich haben. Im Notfall helfen Tabletten gegen Durchfall oder andere Erkrankungen. Am besten informiert man sich vor dem Urlaub über die Risiken und rüstet sich mit den nötigen Medikamenten aus. Teilweise übernehmen sogar die Krankenkassen die Kosten für die Reiseapotheke.

Wenn es tatsächlich zu einem Notfall kommt, sollte man einen Arzt konsultieren, denn die Medikamente können gewisse Nebenwirkungen haben. Zudem verläuft die Krankheit bei jedem Menschen anders. Gerade wenn es um die Gesundheit der Kinder geht, darf man deshalb nicht zu lange abwarten, bevor man sich medizinische Hilfe holt.

Die Reiseimpfungen sind in diesem Zusammenhang sehr nützlich, da sie das Schlimmste verhindern. Sie können aber nicht vor den üblichen Erkrankungen schützen. Welche Impfungen man vor dem Urlaub tatsächlich vornehmen lässt, richtet sich nach den eigenen Einschätzungen. Auf jeden Fall ist eine gründliche Recherche unverzichtbar, um eine Entscheidung bezüglich des Impfschutzes zu treffen.


Bildnachweis:© Shutterstock – Titelbild: TunedIn by Westen – #01: Max Topchii – #02: itsmejust – #03: Martin-Lang – #04: Talaj

Über Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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