Urlaub mit Vorschulkind: Wirklich bis kurz vor der Einschulung?

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Viele Familien wollen noch einmal verreisen, ehe die Schulzeit für den ABC-Schützen beginnt. Danach sind Fahrten schließlich immer an die Ferienzeiten gebunden? Doch wann ist die Reise zu knapp vor der Einschulung?

Aufregungen und Herausforderungen

Im letzten Jahr vor der Einschulung hat das Kind vielleicht schon die Vorschule besucht, kennt daher die Lehrer und einen Teil seiner zukünftigen Mitschüler. Dennoch wird die 1. Klasse zu Beginn sehr aufregend sein und das Kind fiebert mit Recht dem großen Tag der Einschulung entgegen. So auch die Eltern und die restliche Familie, denn es gibt so viel vorzubereiten! Um nichts zu vergessen, sollten Sie sich eine Checkliste anlegen und Termine festsetzen, bis wann Sie was erledigt haben wollen. Die wohl größte Angst von Eltern und angehenden Schulkindern besteht dabei darin, etwas vom zukünftigen Schulmaterial zu vergessen.

Was, wenn am Ende ein Heft fehlt? Wenn die Federtasche nicht genau die geforderten Stifte enthält? Das ist in der Regel aber eine unbegründete Sorge, denn die meisten Schulen geben rechtzeitig vor Beginn der Sommerferien eine Liste mit den zu besorgenden Dingen heraus. Daran können Sie sich orientieren und die Schuleinkäufe schon zu Beginn der Ferien erledigen.

Der Vorteil: Sollte ein gewünschter Artikel nicht vorrätig sein, haben die Shops noch genügend Zeit, diesen zu besorgen. Gerade bei Schultaschen kann es durch den Ansturm vor der neuen Einschulung durchaus passieren, dass ein bestimmtes, häufig nachgefragtes Modell nicht vorrätig ist und der Verkäufer auf seinen Zulieferer warten muss. Hilfreich ist hierbei der kostenlose Einschulungsratgeber von schulranzen.net, in dem Fristen und Termine, aber auch alle anderen wichtigen Aspekte vor der Einschulung übersichtlich dargestellt sind.

Beachten Sie auch die folgenden Zeitvorschläge:- 12 bis 15 Monate vor der Einschulung

Anmeldung an der neuen Schule

  • 5 bis 9 Monate vor der Einschulung
    Schuleingangsuntersuchung
  • 10 bis 12 Wochen vor der Einschulung
    Schulranzen und Zubehör sowie Sportzeug und -schuhe kaufen
  • 6 Wochen vor der Einschulung
    Einschulungsfeier planen
  • 4 Wochen vor der Einschulung
    Zuckertüte basteln und füllen, zukünftigen Schulweg üben, eventuell Schulmaterialien besorgen
  • 3 Wochen vor der Einschulung
    Gästeliste erstellen, Einladungen versenden
  • 2 Wochen vor der Einschulung
    Kleidung für die Feier aussuchen
  • 1 Woche vor der Einschulung
    Zuckertüte füllen (wenn nicht schon nach dem Basteln geschehen), Dekoration vorbereiten
  • 3 Tage vor der Einschulung
    Schulranzen packen
  • 1 Tag vor der Einschulung
    Kleidung und Schuhe zurechtlegen, Kuchen backen, Speicherkarten für Kameras laden

Natürlich sind die hier genannten Termine nicht starr oder abschließend zu sehen, sie können auch individuell angepasst werden. Allerdings zeigt sich angesichts der Menge der Vorbereitungen schon, dass die Urlaubsplanung sehr gut sein muss und nicht zu knapp vor dem Ende der Ferien liegen sollte. Die letzte Woche vor der Einschulung sollten Eltern und Kind (plus eventuelle Geschwister) zu Hause verbringen – die Zeit wird aufregend genug und es können sich noch zahlreiche Änderungen zur Vorbereitung auf die große Einschulungsfeier ergeben, die nicht erst am Freitag vor dem Festtag berücksichtigt werden sollten.

Der Zeitplan ist voll, nur noch wenig Freizeit von den Ferien vor der Einschulung ist übrig. (#01)

Der Zeitplan ist voll, nur noch wenig Freizeit von den Ferien vor der Einschulung ist übrig. (#01)

Ablenkung oder Zusatzstress?

Der Zeitplan ist voll, nur noch wenig Freizeit von den Ferien vor der Einschulung ist übrig. Ist da noch Platz für den Urlaub? Eine herrlich lustige Anekdote aus dem Leben eines Kolumnisten zeigt, wie wenig Erholung der Urlaub mit Kleinkindern bietet. Auch wenn ein Vorschulkind sicherlich kein Kleinkind mehr ist, so kann es doch auf der Fahrt bzw. bei zu vielen neuen Eindrücken mental zu einem solchen mutieren!

Das Problem ist, dass die gut gemeinte Ablenkung von all der Aufregung auf die Einschulung und von der kommenden Schulzeit oft nur noch für mehr Stress bei allen Beteiligten sorgt. Die Eltern wollen endlich einen Urlaub nach dem Jahr harter Arbeit, wissen aber, dass sie ab Schulbeginn nur noch in den Ferien verreisen können. Die Kinder wollen sich auf die baldige Schulzeit konzentrieren und ihre Gedanken kreisen auch im Urlaub nur darum, wie es wohl sein wird. Die Urlaubsreise sollte daher nicht zu kurzfristig vor dem Ende der Ferien liegen, sodass sowohl der Urlaub selbst, als auch die Vorbereitungen auf die Einschulung in aller Ruhe und ohne Zeitdruck erfolgen können.

Die Planung sagt, dass noch ausreichend Zeit ist, mit dem Vorschulkind zu verreisen. Doch was ist jetzt angebracht?

Die Planung sagt, dass noch ausreichend Zeit ist, mit dem Vorschulkind zu verreisen. Doch was ist jetzt angebracht?

Verreisen ja, aber wie?

Die Planung sagt, dass noch ausreichend Zeit ist, mit dem Vorschulkind zu verreisen. Doch was ist jetzt angebracht? Die einen schwören auf einen Urlaub, der nur eine kurze Anfahrtszeit benötigt und somit deutlich weniger stressbehaftet ist als eine Fernreise. Die anderen diskutieren zu Reisen mit dem Kreuzfahrtschiff, weil das Freizeitangebot dort groß ist und der Urlaub außer An- und Abreise kaum einer Planung bedarf (zumindest, was die Kinderbeschäftigung angeht). Wieder andere suchen sich Reiseziele, die möglichst weit weg von zu Hause sind und eine gänzlich andere Kultur zeigen.

Wer könnte da noch an daheim und an die Einschulung denken, wenn man völlig fremde Gefielde besucht? Für Kinder ist ein Urlaub immer aufregend, umso mehr, je fremder ihnen Land und Leute sind. Allerdings sollten Eltern berücksichtigen, dass die Kleinen einem ohnehin schon sehr hohen Stresspegel ausgesetzt sind, weil sie sich permanent mit der Einschulung befassen. Im letzten Urlaub vor dem neuen Lebensabschnitt sollte es daher ruhig zugehen, die Bedürfnisse der Kinder sollten berücksichtigt werden.

Empfohlen wird daher:

  • kurze An- und Abreise
  • Urlaub möglichst an einem Ort, keine täglichen Ausflüge mit langen Anfahrtzeiten
  • sprachliche Verständigungsmöglichkeit vor Ort
  • möglichst in Gemeinschaft mit anderen (gleichaltrigen) Kindern

Eltern, die Wert auf Erholung und eine tolle Freizeit für sich und die Kinder legen, fahren daher mit Familienparks oder Familienressorts sehr gut. Auf Wunsch gibt es dort eine Kinderbetreuung, in der die Kleinen andere Kinder kennenlernen können. Die Eltern genießen die Ruhe vor dem (Schul-)Sturm. Da es derartige Parks überall in Deutschland und in Grenznähe gibt, sind An- und Abreise kein Problem.

Natürlich können Sie auch sommerliche Reiseziele in der ganzen Welt buchen, allerdings kann die Fahrt dahin zur Tortur für alle Beteiligten werden. Die Kleinen haben jetzt nämlich nur noch eines im Kopf: Schule! Der Urlaub muss noch nebenbei abgehakt werden, er spielt in diesem Jahr eine untergeordnete Rolle. Reisen Sie zu weiter entfernten Zielen daher besser zu Beginn der Ferien, da haben angehende ABC-Schützen den Kopf noch frei für derartige Unternehmungen.

Viele Kinder können schon lesen und schreiben sowie in Grundzügen rechnen, wenn sie in die Schule kommen. (#02)

Viele Kinder können schon lesen und schreiben sowie in Grundzügen rechnen, wenn sie in die Schule kommen. (#02)

Im Urlaub für die Schule üben?

Viele Kinder können schon lesen und schreiben sowie in Grundzügen rechnen, wenn sie in die Schule kommen. Idealerweise haben sie damit selbst angefangen und sich dafür interessiert und wurden nicht dahin „gedrillt“, um am Ende besser als die anderen zu sein. Ein Kind zeigt selbst, wenn es so weit ist und die Schulinhalte willkommen sind! Nutzen Sie daher bitte nicht den Urlaub dazu, Ihren Nachwuchs auf die Schule vorzubereiten. Natürlich sind Gespräche rund um den Schulalltag okay und wenn ein Kind lesen, schreiben oder rechnen möchte, sollte es die gewünschten Antworten und Hilfestellungen bekommen. Doch es bringt nichts, dem Lehrer vorgreifen zu wollen!

Es gibt viel wichtigere Dinge, die ein Kind vor der Einschulung können sollte und die auch im Urlaub eine Rolle spielen können:

  • Regeln einhalten
  • gute motorische Fähigkeiten
  • gute sprachliche Fähigkeiten
  • Interesse an mathematischen und sprachlichen Fragestellungen
  • Interesse an der Umwelt
  • in fremden Gruppen klarkommen

Im Urlaub bietet sich eine hervorragende Gelegenheit dazu, gerade den letzten Punkt zu überprüfen. Wie kommt das Kind in der angebotenen Freizeitunterhaltung klar? Findet es auf dem Spielplatz rasch Freunde? Geht es interessiert auf andere Kinder zu? Sprachbarrieren sind auf dem Spielplatz irrelevant, diese stören die wenigsten Kinder.

Viel wichtiger ist doch, ob das eigene Kind in der Lage ist, mit anderen Kindern verschiedenen Alters zu spielen und zurecht zu kommen – genau das muss es nämlich in der Schule. Auf dem Pausenhof werden zumindest die Kinder von Klasse 1 bis 6 aufeinandertreffen – ein Mauerblümchen hat es da oft schwer.

Wichtig: Ein Kind sollte keine Liste von Punkten abarbeiten müssen, die seine Fähigkeiten belegen. Die für die Schule geforderten Voraussetzungen greifen ineinander und machen aus einem Kindergartenkind einen ABC-Schützen. Nutzen Sie den Urlaub vor der Einschulung dafür, Ihr Kind zu beobachten und herauszufinden, woran es eventuell noch arbeiten muss, um gut gerüstet zu sein. Aber sehen Sie auch, was das Kind besonders gut kann! Es geht offen auf andere Menschen zu?

Lassen Sie es das Eis am Kiosk holen und halten Sie sich im Hintergrund! Im Urlaub haben Sie die nötige Zeit dafür, auch wenn das Eisholen zur Stunden füllenden Aufgabe zu werden droht. Das Erfolgserlebnis nach dem geglückten Kauf in fremder Umgebung wird Ihr Kind stärken, sein Selbstbewusstsein heben und dafür sorgen, dass das Kleine in der Schule ebenfalls mehr Selbstbewusstsein und vor allem Selbstvertrauen zeigt.

Fazit: Urlaub kurz vor der Einschulung?

Sie sollten den Urlaub nicht kurz vor die Einschulung legen, damit Sie und Ihr Kind genügend Zeit haben, ohne Stress den die anstehenden Vorbereitungen und Erledigungen mit sich bringen zu erledigen. Der Ferienanfang ist ein guter Zeitpunkt für den Urlaub, dann ist nach der Rückkehr noch genügend Freiraum, um die Feier zu planen, die Schulmaterialien zu besorgen und das aufgeregte Kind zu beruhigen, welches mit jedem weiteren Tag unruhiger werden wird. Ein derartig aufgeregtes Kind ist kein guter Urlaubsbegleiter!


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:  Olena Yakobchuk -#01: Irisska -#02:  Roman Samborskyi  -#03:  Sunny studio

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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