Säuglingspflege: Tipps & Hinweise zur Pflege Ihres Babys

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Weniger ist mehr – diesen Satz äußern Hebammen und Kinderärzte gegenüber jungen Eltern, wenn es um die Säuglingspflege geht. Was Ihrem Kind guttut und worauf Sie getrost verzichten können, erfahren Sie hier.

Fachkräfte empfehlen: Bei der Säuglingspflege ist weniger mehr

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Körperpflege von Kindern gewandelt – während noch in den 80er Jahren Säuglinge mehrmals wöchentlich mit Badezusätzen, Duschgels und Shampoos gebadet und anschließend eingecremt wurden, ist jetzt eine Abnahme der Verwendung von Körperpflegeprodukten bei Babys zu erkennen. Auch wenn die Regale in den Drogeriemärkten voll sind von Fläschen, Tigelchen und Tuben speziell für Kinder, so lautet seit einiger Zeit die Devise der Kinderärzte und Hebammen: weniger ist mehr.

Doch warum raten Fachkräfte von einem zu großen Einsatz von Pflegeprodukten ab? Grund dafür ist die Beschaffenheit der Haut von Babys. Diese unterscheidet sich im Aufbau von Erwachsenenhaut: so ist die Hornschicht von Säuglingen 30 Prozent dünner und auch die Elastin- und Kollagenfasern sind nicht so lang und dick, wie das bei erwachsenen Menschen der Fall ist. Dadurch ist die Haut von Babys wesentlich weniger elastisch. Noch bis in das zweite Lebensjahr hinein unterscheidet sich die Haut von Kindern deutlich von der eines Erwachsenen.

 

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Körperpflege von Kindern gewandelt – während noch in den 80er Jahren Säuglinge mehrmals wöchentlich mit Badezusätzen, Duschgels und Shampoos gebadet und anschließend eingecremt wurden, ist jetzt eine Abnahme der Verwendung von Körperpflegeprodukten bei Babys zu erkennen. (#01)

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Körperpflege von Kindern gewandelt – während noch in den 80er Jahren Säuglinge mehrmals wöchentlich mit Badezusätzen, Duschgels und Shampoos gebadet und anschließend eingecremt wurden, ist jetzt eine Abnahme der Verwendung von Körperpflegeprodukten bei Babys zu erkennen. (#01)

Die Veränderung der Babyhaut in den ersten Lebenswochen

Die unterschiedliche Beschaffenheit der Babyhaut macht also eine andere Pflege erforderlich. Dabei ist Zurückhaltung die beste Devise – ein gesundes, reifes Baby benötigt in den ersten Lebenswochen kein Shampoo, Duschgel oder Creme. Es reicht völlig aus, wenn Sie Ihr Kind zwei Mal in der Woche in klarem Wasser baden. Der Kopf kann dabei mit dem Badewasser oder sanft mit einem feuchten Waschlappen gereinigt werden. Junge Eltern wollen bei Ihrem Nachwuchs gerne alles richtig machen und greifen aus diesem Grund oft zu Pflegeprodukten für Neugeborene, natürlich in der besten Absicht, ihrem Kind damit etwas Gutes zu tun. Gerade in den ersten Wochen macht die Haut von Säuglingen viel durch und verändert sich, was Eltern verunsichert und wogegen sie gerne etwas unternehmen möchten. Nach der Geburt muss sich die Haut des Babys an eine völlig neue Umgebung gewöhnen – vom feuchten Fruchtwasser ist die Haut nun der eher trockenen Luft der Außenwelt ausgesetzt. Auf diese Veränderung reagiert die Babyhaut: ab der zweiten Lebenswoche schuppt sich die Haut stark ab. Dieser Prozess ist völlig normal und dauert zwischen vier bis sechs Wochen. In der Regel benötigt die Haut des Kindes dabei keinerlei Unterstützung – besonders gerötete oder gereizte Haustellen können jedoch gut mit Muttermilch beruhigt werden. Dazu wird ein Wattepad in Muttermilch getränkt und anschließend einige Zeit auf die betroffene Stelle gelegt. Zusätzlich tritt in den ersten vier bis zehn Lebenswochen häufig die sogenannte Neugeborenenakne auf. Ausgelöst durch die Hormonschwankungen nach der Geburt bedarf diese in der Regel keiner Behandlung und heilt von alleine wieder ab.

Der Windelbereich eines Babys ist besonderen Reizen ausgesetzt und Bedarf deswegen einer spezielle Pflege. Die Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DAH) empfiehlt die Reinigung und Hautpflege des Windelbereichs mehrmals täglich, solange ein Kind Windeln trägt. (#02)

Der Windelbereich eines Babys ist besonderen Reizen ausgesetzt und Bedarf deswegen einer spezielle Pflege. Die Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DAH) empfiehlt die Reinigung und Hautpflege des Windelbereichs mehrmals täglich, solange ein Kind Windeln trägt. (#02)

Die Säuglingspflege des Windelbereichs

Der Windelbereich eines Babys ist besonderen Reizen ausgesetzt und Bedarf deswegen einer spezielle Pflege. Die Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DAH) empfiehlt die Reinigung und Hautpflege des Windelbereichs mehrmals täglich, solange ein Kind Windeln trägt. Da dieser Bereich besonders anfällig für Rötungen und Hautausschläge ist, empfehlen Hebammen die sanfte Reinigung mit feuchten Wattepads sowie der Verzicht auf Puder. Nach der Reinigung sollte die feuchte Haut gründlich abgetrocknet werden (tupfen, nicht reiben) – dies ist vor allem auch in den Falten wichtig. Bei auftretenden Hautreizungen sollte die Windel noch häufiger als sonst gewechselt werden. Die Haut erholt sich am besten, wenn viel Luft an die betroffenen Stellen gelangt. Aus diesem Grund sollten Sie Ihr Kind öfter unten ohne strampeln lassen. Achten Sie dabei auf eine angenehme Raumtemperatur – damit es Ihrem Baby nicht zu kalt wird, empfiehlt sich beispielsweise ein Heizstrahler.

Video:Babypflege und die ersten Wochen mit dem Neugeborenen

Olivenöl für die Säuglingspflege?

Einige Zeit lang empfahlen Kinderärzte und Hebammen die Verwendung von Sonnenblumen- und Olivenöl für die Säuglingspflege. Eine britische Studie fand jedoch heraus, dass sich die Pflege mit solchen Ölen negativ auf die Entwicklung der Hautbarriere von Neugeborenen auswirkt. Ärzte und Wissenschaftler der Manchester University sowie dem Saint Marys Hospital untersuchten die Auswirkung von Ölen auf die Babyhaut. Dazu wurden 115 Neugeborene 28 Tage lang zwei Mal am Tag entweder ausschließlich mit Öl oder nur mit klarem Wasser gepflegt.

Nach den vier Wochen verglichen die Fachkräfte die Anfangswerte mit den aktuellen Werten bezüglich der Hautfeuchtigkeit und Lipidlamellenstruktur. Das Ergebnis: zwar war die Haut der Babys, die ausschließlich mit Öl gepflegt wurden, besser hydratisiert, allerdings war auch eine schlechtere Entwicklung der Barrierefunktion der Haut erkennbar. Die Struktur der Lipidlamellen, welche die Haut vor dem Eindringen von Allergenen, der Entstehung von Infektionen sowie vor einem zu großen Feuchtigkeitsverlust schützt, war weniger stark ausgeprägt. Diese Erkenntnis kam für die Wissenschaftler nicht ganz überraschend: bereits im Jahr 2012 zeigte eine Studie, dass sich Olivenöl auch auf die Haut von Erwachsenen negativ auswirkt.

Die Ergebnisse liefern jedoch keine Gewissheit darüber, ob die Schädigung der Haut dauerhaft oder nur vorübergehend ist. Nichtsdestotrotz wird die Verwendung von Olivenöl bei der Säuglingspflege in der Regel nicht mehr empfohlen. Zum einen hat Olivenöl beim Baden keine Wirkung, da sich das Öl nicht mit dem Wasser verbindet, zum anderen warnen Fachkräfte, dass sich durch das Massieren mit Olivenöl leicht Oxidationsprodukte entwickeln, welche die Haut reizen.

Der zu häufige Einsatz von Babypflegeprodukten sollte außerdem aus dem Grund vermieden werden, da viele Produkte bestimmte chemische Stoffe enthalten, die aufgrund der geringen Mengen nicht unbedingt deklariert werden müssen. (#03)

Der zu häufige Einsatz von Babypflegeprodukten sollte außerdem aus dem Grund vermieden werden, da viele Produkte bestimmte chemische Stoffe enthalten, die aufgrund der geringen Mengen nicht unbedingt deklariert werden müssen. (#03)

Versteckte chemische Substanzen in Babypflegeprodukten

Baden Sie Ihr Kind nur zwei Mal wöchentlich, müssen keine Pflegeprodukte verwendet werden. Anders sieht das bei mehrmaligem Baden aus – da ein zu häufiger Wasserkontakt die Haut austrocknen kann, sollte ein Schuss Badezusatz in das Badewasser gegeben werden. Generell sollten Eltern darauf achten, dass Pflegeprodukte einen angepassten pH-Wert haben, da diese am ehestem der Haut beim Aufbau des natürlichen Säureschutzmantels helfen.

Der zu häufige Einsatz von Babypflegeprodukten sollte außerdem aus dem Grund vermieden werden, da viele Produkte bestimmte chemische Stoffe enthalten, die aufgrund der geringen Mengen nicht unbedingt deklariert werden müssen. Dazu zählt beispielsweise Triclosan – dieser Stoff verursacht Bakterienresistenzen auf der Haut, wodurch hormonelle Veränderungen hervorgerufen werden. Des Weiteren sind in Cremes Emulgatoren enthalten, welche nach und nach die körpereigenen Lipide aus der Haut herauslösen, wodurch diese austrocknet. Ab und an eincremen ist natürlich völlig in Ordnung. Denn dabei steht meist nicht nur die Pflege des Kindes im Vordergrund, sondern auch eine sanfte Massage und somit ein großer Wohlfühlfaktor für das Baby.

Video:Allergien kindgerecht erklärt

Hauterkrankungen und Allergien bei Kindern

Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Der Tastsinn wird als „Mutter aller Sinnesorgane“ bezeichnet, spielt dieser doch bereits im Mutterleib eine wesentliche Rolle für das Neugeborene. Auch die Eltern wissen instinktiv: ein intensiver Hautkontakt vermittelt ihrem Sprössling Geborgenheit und Sicherheit, was sich wiederum positiv auf die gesamte Entwicklung auswirkt. Leider haben in den letzten Jahren die Hauterkrankungen bei Kindern zugenommen. Rund ein Drittel aller Kinder zwischen dem zweiten und 15. Lebensjahr leiden an einer Allergie oder einer Hauterkrankung. Bei 60 Prozent dieser Kinder wird eine solche Diagnose bereits im ersten Lebensjahr gestellt. Positiv ist jedoch, dass Eltern immer mehr über die Vorbeugung und Maßnahmen bei Reizungen und Veränderungen der Haut wissen. So ist heutzutage bekannt, dass auch pflanzliche Inhaltsstoffe von Babypflegeprodukten, wie beispielsweise Calendula, Allergien hervorrufen können.

 

 Neben einem Sonnenhut ist an warmen Tagen und im Urlaub immer eine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor notwendig. Beim Sonnenschutz gilt: fleißig eincremen. (#04)

Neben einem Sonnenhut ist an warmen Tagen und im Urlaub immer eine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor notwendig. Beim Sonnenschutz gilt: fleißig eincremen. (#04)

Sonnenschutz für Babys

Die Gesichtshaut ist bei Babys besonders empfindlich und Bedarf aus diesem Grund einer speziellen Pflege. Vor allem in der kalten Jahreszeit ist es vor dem Verlassen des Hauses erforderlich, Gesicht und Ohren mit einer reinen Fettcreme zu schützen. Achtung: Cremes und Lotionen sollten dabei nie zu dick aufgetragen werden. Es existiert eine einzige Ausnahme von der Regel „Weniger ist mehr“ – dies betrifft den Sonnenschutz. Babyhaut reagiert sehr empfindlich auf die UV-Strahlen der Sonne und sollten ihnen aus diesem Grund nicht zu lange ausgesetzt werden. Neben einem Sonnenhut ist an warmen Tagen und im Urlaub immer eine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor notwendig. Beim Sonnenschutz gilt: fleißig eincremen.

 

. Ab dem zweiten Lebensmonat können die Finger- und Fußnägel nach Bedarf vorsichtig mit einer abgerundeten Schere geschnitten werden. (#05)

. Ab dem zweiten Lebensmonat können die Finger- und Fußnägel nach Bedarf vorsichtig mit einer abgerundeten Schere geschnitten werden. (#05)

Die richtige Nabel- und Nagelpflege

Der Nabel ist nach der Geburt eine sehr empfindliche Region, die sich leicht entzünden kann. Heilt der Nabel problemlos ab, so vertrocknet dieser und fällt zwischen dem fünften und zehnten Lebenstag von alleine ab. Um die Wahrscheinlichkeit einer Entzündung zu minimieren, sollten die Eltern darauf achten, dass der Nabel trocken bleibt. Hierfür ist es ratsam, die Windel stets unterhalb des Nabels zu schließen bzw. diese umzuklappen, um ein Scheuern oder Feuchtwerden zu verhindern.

Ihre Hebamme gibt Ihnen mit Sicherheit weitere wertvolle Tipps rund um das Thema Nabelpflege – von der Verwendung von Puder oder Cremes im Bereich des Nabels wird abgeraten. Viele Eltern fragen sich nach der Geburt, ob sie die Nägel ihres Babys schneiden dürfen. Dies wird in den ersten sechs Wochen noch nicht empfohlen, da die Nägel noch sehr weich sind. Ab dem zweiten Lebensmonat können die Finger- und Fußnägel nach Bedarf vorsichtig mit einer abgerundeten Schere geschnitten werden.


Bildnachweis:©Shutterstock -Titelbild: Marko Poplasen  -#01: Grekov’s-#02: denniro-#03:matka_Wariatka -#04: RimDream -#05:Africa Studio

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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